Bild zu Veranstaltung Literatur braucht Raum!
Literatur braucht Raum!

Leseräume gestalten, Zugänge öffnen

6. bis 8. November 2026
Remscheid

Lesekompetenz ist maßgeblich für gesellschaftliche Teilhabe und damit für die Zukunft der Demokratie. Die Befunde aktueller Studien hingegen zeichnen ein düsteres Bild: Jedes vierte Kind kann am Ende der Grundschulzeit nicht sinnentnehmend lesen. Dies ist nicht nur hinsichtlich mangelnder Chancengerechtigkeit inakzeptabel; auch auf volkswirtschaftlicher Ebene entstehen dadurch enorme Folgekosten. Es muss also darum gehen, das Recht auf Bildung zu stärken: Fächerübergreifend und über die gesamte Kindheit und alle Lebensbereiche hinweg. Kurzum: Es braucht Raum und auch Zeit für die Begegnung mit Büchern. Denn Literatur fächert faszinierende Welten auf, eröffnet neue Perspektiven auf die Wirklichkeit und bringt Menschen miteinander ins Gespräch.

Die Tagung lotet aus, wo und wie eine lebendige Lesekultur für junge Menschen Realität werden kann – sei es analog oder digital. Forschungsergebnisse, Modellvorhaben und Erfahrungen aus der Praxis fließen gleichermaßen in das Tagungsprogramm ein.

 

Eine Kooperationsveranstaltung von Arbeitskreis für Jugendliteratur und der Akademie der Kulturellen Bildung.

                            

 

Programm

Freitag, 6. November 2026

Literatur – ein Raumwunder

Anreise bis 15.00 Uhr

15.00 UHR       KAFFEE UND KENNENLERNEN

15.30 UHR       PROF. DR. JULIA ABEL und SASCHA PRANSCHKE
                          Literatur verorten
                          Begrüßung und Einstimmung

16.00 UHR      PROF. DR. DOREN WOHLLEBEN
                         Literatur im öffentlichen Raum
                         Politisch performt – geheim gesprüht – ästhetisch installiert.
                         Wo uns Literatur unerwartet begegnet, bewegt und erregt

17.15 UHR      DR. CHRISTIAN HOIß
                         The Place to Be
                         Literatur erlaufen, erfahren, erleben.
                         Vermittlungsformaten auf der Spur

18.00 UHR      ABENDESSEN

19.30 UHR      ANTJE DAMM
                         Literatur in 3D
                         Oder: Wenn eine Architektin Bücher „baut“
                         Lesung & Werkstattgespräch

 

Samstag, 7. November 2026

Begegnungsorte – Bildungsräume

8.00 UHR        FRÜHSTÜCK

9.00 UHR        PROF. DR. CHRISTINE LÖTSCHER
                         Lese-Communities
                         Literatur in digitalen Räumen & die junge Zielgruppe

10.15 UHR      KAFFEEPAUSE

11.00 UHR      CHRISTOPH HÖWEKAMP
                         Leseorte im Wandel
                         Wo Kinder und Jugendliche heute lesen können

12.00 UHR      MITTAGESSEN

13.00 UHR      VORSTELLUNG DER WORKSHOPS

1 – Dr. Kawthar El-Qasem
Leseorte selbst gestalten
Räume für das Lesen sind Räume für das Zusammentreffen von Mensch und Literatur. Doch was macht das Lesen im Kern aus? Wie hat es sich im Laufe der Zeit gewandelt? Welche Vorstellungen haben wir davon und wie können sie Raum finden? Wir nähern uns diesen Fragen mit Methoden der baukulturellen Bildung, finden spielerisch eigene Antworten und entwickeln Leseort-Ideen. Kawthar El-Qasem gibt Einblicke in Theorie und Praxis der baukulturellen Bildung und legt dabei besonderen Wert auf Möglichkeiten der Partizipation bei der Raumgestaltung. 

2 – Dilara Demirdögen
Literatur macht Erinnerungsräume auf
Vergangene Lebenswirklichkeiten werden kognitiv zugänglich und zugleich imaginativ erfahrbar. Literatur verbindet historische Erfahrungen mit Fragen der Gegenwart. Wie lassen sich solche Räume didaktisch gestalten? Wir betrachten Formate im Stadtraum wie literarische Spaziergänge, Ausstellungen oder die Arbeit an Erinnerungs- und Gedenkorten ebenso wie Konzepte für Seminar- und Klassenräume. Gemeinsam entwickeln wir Projekte, die Perspektivenübernahme anregen, eigene Gegenwartsbezüge eröffnen und Impulse für zukünftiges Handeln geben.

3 – Susanne Lux
LeseLust in der Buchhandlung
Buchhändler:innen sehen sich im Alltag im Spagat zwischen wirtschaftlichem Überleben und dem kulturellen Auftrag der Leseförderung. Wie lässt sich beides verbinden? Welche Aktionen sind personell und kostengerecht durchführbar, erreichen die Zielgruppe und wirken nachhaltig? Wie können wir Kindern und Familien die Buchhandlung als spannenden Ort mit spannenden Inhalten nahebringen? Susanne Lux zeigt Beispiele auf und gemeinsam erarbeiten wir weitere Konzepte.

4 – Antje Damm
Buchwelten – Wunderwelten
Mit Pappe und Papier kleine Kammerspiele inszenieren: Antje Damm gibt Einblicke in ihre Bilderbücher, die mit dreidimensionalen Bilderwelten Geschichten erzählen, berichtet, wie Kinder darauf reagieren und welche Erfahrungen sie in zahlreichen Workshops mit dieser Arbeitstechnik gemacht hat. Wir machen uns mit dieser Technik vertraut und werden eigene kleine Streichholzschachtelwelten bauen.

13.30 UHR       ARBEIT IN DEN WORKSHOPS (KAFFEEPAUSE UM 14.30 UHR)

17.00 UHR       WORKSHOP-ERGEBNISSE
                          im Gespräch mit den Workshop-Leiterinnen
                          Moderation: Prof. Dr. Julia Abel

18.00 UHR       ABENDESSEN

19.30 UHR       KAREN KÖHLER
                          Über Raum und Zeit hinweg
                          Lesung aus Himmelwärts & Gespräch

 

Sonntag, 8. November 2026

Leseförderung braucht Raum und Ressourcen

8.00 UHR         FRÜHSTÜCK

9.30 UHR         KAREN KÖHLER
                          Raum für Begegnung und ganz große Vermissungen
                          Warum jedes Kind Zugang zu literarischen Erfahrungsräumen braucht

10.30 UHR       KAFFEEPAUSE

11.00 UHR       PROF. DR. JULIA ABEL UND SASCHA PRANSCHKE
                          Raumfordernd
                          Erkenntnisse aus der Tagung und der Transfer in die Praxis
                          Resümee, Austausch und Abschluss

12.00 UHR       MITTAGESSEN

13.00 UHR       ABREISE

 

Mitwirkende

Prof. Dr. Julia Abel
ist Professorin für Bibliothekspädagogik und Kulturelle Bildung an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg sowie stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises für Jugendliteratur.

Kristina Bernd
ist Germanistin und Projektleiterin beim Arbeitskreis für Jugendliteratur.

Doris Breitmoser
ist Kulturwirtin und Geschäftsführerin des Arbeitskreises für Jugendliteratur.

Antje Damm
ehemalige Architektin, heute freiberufliche Autorin und Illustratorin. Für ihr Gesamtwerk erhielt sie 2025 den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises.

Dilara Demirdögen
ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Sprache und Literatur II in der Arbeitsgruppe Literatur – Bild – Medium an der Universität Köln.

Dr. Kawthar El-Qasem
leitet den Fachbereich Baukultur an der Akademie der Kulturellen Bildung. Sie studierte Architektur und forschte zur palästinensischen mündlichen Überlieferung.

Dr. Christian Hoiß
ist Akademischer Oberrat am Institut für deutsche Sprache und Literatur II an der Universität zu Köln. Er forscht u.a. zu kulturwissenschaftlichen Zugängen im Deutschunterricht.

Christoph Höwekamp
leitete mehrere Bibliotheken, bevor er 2025 als Referent für Veranstaltungs- und Öffentlichkeitsarbeit zur Fachstelle Büchereien im Bistum Münster wechselte.

Karen Köhler
hat in Bern/Schweiz Schauspiel studiert. Heute veröffentlicht sie Theaterstücke, Drehbücher, Hörspiele, Essays, Erzählungen und Romane.

Prof. Dr. Christine Lötscher
ist Professorin für Populäre Literaturen und Medien mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendmedien am ISEK der Universität Zürich.

Susanne Lux
ist Buchhändlerin und gründete 2005 die Nimmerland Kinderbuchhandlung in Mainz, die mehrfach mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet wurde, 2016 als beste Buchhandlung.

Sascha Pranschke
ist Dipl.-Kulturwissenschaftler, Literaturpädagoge und Schriftsteller. An der Akademie der Kulturellen Bildung leitet er den Fachbereich Literatur und Sprache.

Prof. Dr. Doren Wohlleben
seit 2019 Professorin für Neuere und neueste deutsche Literatur an der Universität Marburg mit Schwerpunkt Literaturvermittlung in den Medien.

 

 

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