Literanauten – Ein Projekt von Jugendlichen für Jugendliche

Die Literanauten sind ein Leseförderungsprojekt, das Jugendliche zur aktiven Mitgestaltung einlädt. Die Besonderheit des Programms liegt auf dem Peer-to-Peer-Ansatz: Leseaffine, in Leseclubs und Literaturjurys organisierte Jugendliche werden zunächst geschult und dann selbst als Multiplikatoren aktiv. Gemäß ihren Interessen entwickeln sie regionale Events und Formate, bei denen das Buch im Mittelpunkt steht. Ziel ist es, mit den Veranstaltungen Gleichaltrige und Jüngere zu erreichen und sie für das Lesen zu begeistern. Dabei sollen insbesondere bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche angesprochen werden, um sie an Bücher heranzuführen, sie durch positive und motivierende Erfahrungen mit Literatur und Medien in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu stärken und ihre Bildungschancen zu erhöhen. Das kann über einen Poetry Slam, (digitale) Schreibwerkstätten, ein Krimidinner, Poesie im öffentlichen Raum, Podcast-Produktionen, Comicworkshops, Film- oder Hörbuchwerkstätten und viele andere unkonventionelle Formate passieren.

Die Literanauten sind in Form von Leseclubs im gesamten Bundesgebiet organisiert. Interessierte Gruppen können sich beim Arbeitskreis für Jugendliteratur (AKJ) für eine Teilnahme bewerben. Jährlich findet ein bundesweites zentrales Treffen für bereits aktive wie neue Teilnehmer statt. Dieses dient der Vorbereitung der Jugendlichen, dem Austausch und der Begegnung sowie der Präsentation gelungener Projektbeispiele. Der AKJ berät die Partner, unterstützt bei der Projektentwicklung und fördert die Veranstaltungen auf regionaler Ebene aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Waldemar Bonsels Stiftung.

Projektziele

  • Lesen stellt eine Schlüsselqualifikation in unserer Gesellschaft dar. Aber die Chance auf kulturelle Teilhabe ist stark von sozialen und strukturellen Voraussetzungen abhängig. Mit den Literanauten möchte der AKJ allen Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft den Zugang zur Literatur ermöglichen und Lesemotivation sowie Lesefertigkeiten fördern.
  • Im Mittelpunkt steht ein produktionsorientierter Umgang mit Literatur, bei dem verschiedene Künste (u.a. Bildende Kunst, Fotografie, Film, Musik, Theater, Zirkus) sowie analoge und digitale Medien zum Einsatz kommen. Die Kinder und Jugendlichen treten in Interaktion, organisieren und moderieren Veranstaltungen und werden in den Projekten selbst künstlerisch tätig. Dies eröffent die Möglichkeit, personale, soziale und methodische Kompetenzen zu entwickeln und die sinnlich-ästhetische Wahrnehmung zu schulen.  
  • Die Literanauten-Veranstaltungen finden überwiegend im außerschulischen Kontext und auf freiwilliger Basis statt. Damit dies gelingt, schließen die Leseclubs auf regionaler Ebene Kooperationen mit verschiedenen Einrichtungen und Partnern. So entsteht ein wirkungsvolles, zivilgesellschaftliches Netzwerk. Zentrales Anliegen ist es, die Jugendlichen zur aktiven und verantwortlichen Mitgestaltung in den Projekten zu ermutigen.

Zeitplan

Das Programm startet 2021 in eine neue, bundesweite Runde. Interessenten können ab sofort für eine Förderung bewerben und ein oder mehrere Projekte für das Jahr 2021 einreichen.

Die Covid-19-Pandemie bringt eine Planungsunsicherheit mit sich. Grundsätzlich können die Partner auf regionaler Ebene Projektskizzen für analoge und digitale Formate abgeben. Erforderliche Anpassungen werden in Rücksprache mit dem AKJ und unter den dann geltenden Hygienemaßnahmen vorgenommen.MEHR

Die Auftaktveranstaltung ist für den 23. bis 25. April 2021 in der Jugendherberge Bad Hersfeld vorgesehen. Zu diesem bundesweiten Treffen lädt der AKJ die Leseclubleiter sowie jugendliche Vertreter aller beteiligten Literanauten-Gruppen ein. Es dient dem Kennenlernen, der Schulung und Vorbereitung auf eigene Projekte sowie dem Erfahrungsaustausch und der Vernetzung der Teilnehmer untereinander.

 

Historie

Literanauten kommen zu Wort (Filmdokumenation 2014, zum Start klicken)

Von 2013 bis 2017 durchlief das Modellprojekt seine erste Phase im Rahmen des Förderprogramms "Kultur macht stark" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Beteiligt waren rund 80 Partner aus zehn Bundesländern. Dank der Unterstützung des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes und der Schöpflin Stiftung konnten die Literanauten in 2019/2020 auf regionaler Ebene wieder aufgenommen und so die langfristige Umsetzung auf Bundesebene vorbereitet werden.

 

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