Kein Cover vorhanden
Nennen wir ihn Anna

Peter Pohl (Text),
Birgitta Kicherer (Übersetzung)


Maier Verlag
ISBN: 3-473-35116-4
0,00 € (D) , 0,00 € (A)
Originalsprache: Schwedisch
Auswahlliste 1992, Kategorie: Jugendbuch
Nominierung Jugendbuch

Jurybegründung

Der Autor führt den Leser zunächst in ein schwedisches Sommerlager der fünfziger Jahre. Anna ist der Name, den die Jungen auf Bude 3 dem Neuankömmling Anders Roos geben. Die Verweiblichung eines Jungennamen ist der Anfang einer Kette von Gewalttaten, die die „Kameraden“ Anna im Laufe des Ferienlagers zufügen. Das Geschehen wird aus Sicht des 18-jährigen Micke geschildert, der – selbst einmal malträtiertes Opfer – nun aber Sportleiter des Camps ist....

Micke spricht mit Anna. Seine konstante „Du“-Anrede birgt den inneren Zwiespalt zwischen Anteilnahme und Distanz, verrät die eigene seelische Überforderung. Im zweiten Teil setzen sich die Brutalitäten gegen Anna in Schule und Elternhaus bis zum tragischen Schluss fort. In einer im Jugendbuch bisher unbekannten Radikalität mach Pohl deutlich, wie Gewalt gegen die Schwachen auch in vornehmlich humanen Gesellschaftssystemen entstehen kann.

Der Autor führt den Leser zunächst in ein schwedisches Sommerlager der fünfziger Jahre. Anna ist der Name, den die Jungen auf Bude 3 dem Neuankömmling Anders Roos geben. Die Verweiblichung eines Jungennamen ist der Anfang einer Kette von Gewalttaten, die die „Kameraden“ Anna im Laufe des Ferienlagers zufügen. Das Geschehen wird aus Sicht des 18-jährigen Micke geschildert, der – selbst einmal malträtiertes Opfer – nun aber Sportleiter des Camps ist. Micke spricht mit Anna. Seine konstante „Du“-Anrede birgt den inneren Zwiespalt zwischen Anteilnahme und Distanz, verrät die eigene seelische Überforderung. Im zweiten Teil setzen sich die Brutalitäten gegen Anna in Schule und Elternhaus bis zum tragischen Schluss fort. In einer im Jugendbuch bisher unbekannten Radikalität mach Pohl deutlich, wie Gewalt gegen die Schwachen auch in vornehmlich humanen Gesellschaftssystemen entstehen kann.

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Personen

Autor
1940 in Deutschland geboren, kam noch während des Krieges nach Schweden und wuchs in Stockholm auf. Er lehrt Mathematik an einer technischen Hochschule. 1985 erschien sein erster Roman Jan, mein Freund, für den er 1990 den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt.
Übersetzerin

wuchs in Schweden und Deutschland auf. Nach einem Grafikstudium arbeitete sie als Kinderbuchillustratorin, bevor das Übersetzen schwedischer Literatur für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu ihrem Hauptberuf wurde.

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