
Jurybegründung
Nach dem Unfalltod seiner Eltern und seiner jüngeren Schwester Isa verändert sich für den 16-jährigen Felix schlagartig alles. Nur Isas hässlicher Hund Bolt überlebt das Unglück. Aus der Ich-Perspektive schildert Felix die Monate nach dem Verlust, wobei trotz aller Schwere auch humorvolle Momente aufkeimen. Bolts Verhalten spiegelt feinfühlig die Gefühlswelt von Felix wider. In der Therapie lernt Felix den ebenfalls traumatisierten Mo kennen. Die lebensfrohe Marie komplettiert das Trio. Gemeinsam verbringen sie den Sommer, versuchen ihre Ängste zu überwinden und wachsen an ihren geteilten Erfahrungen.
Franziska Hörner gelingt durch ihre authentische, zuweilen tieftraurige und dennoch hoffnungsvolle Erzählweise ein klischeefreier Coming-of Age-Roman. Der emotionale Kontakt zwischen Mensch und Tier dient als Katalysator, um Trauer zu verarbeiten und Heilung anzutreiben. Trotz des tragischen Sujets bleibt der Roman leichtfüßig, sorgt für Komik und lässt Raum für eine zarte Liebesgeschichte. Hörner fokussiert sich auf das Wesentliche und bleibt nah an ihren starken Charakteren. Am Ende steht die zuversichtliche Erkenntnis, dass man sich auch nach schweren Schicksalsschlägen als „Glückskind“ fühlen kann, weil das eigene Überleben neue Perspektiven eröffnet.
Nominierungen
Jona Manow
studierte Germanistik mit Schwerpunkt Theater und Film in Hamburg und arbeitete als Regieassistent. Seit 2017 ist er freier Theaterregisseur und Autor.
Kurt Prödel
geboren 1991 und aufgewachsen in Nordrhein-Westfalen ist Künstler, Musiker und Autor. Er lebt und arbeitet in Köln.