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Die Wolke

Jetzt werden wir nicht mehr sagen können, wir hätten von nichts gewußt


Maier Verlag
ISBN: 978-347335086-5
0,00 € (D) , 0,00 € (A)
Originalsprache: Deutsch
Preisträger 1988, Kategorie: Jugendbuch
Preisträger Jugendbuch

Jurybegründung

Als im April 1986 des Reaktorunglück von Tschernobyl geschah, wurde was deutlich: Absolute Sicherheit kann es in der Kerntechnik nicht geben. Und dennoch blieb Tschernobyl entfernt, nicht nur im geographischen Sinne. Informationen und Bilder, die uns über die Medien erreichten, blieben bruchstückhaft und abstrakt. Gudrun Pausewang will mit ihrem Buch das Vergessen und Verdrängen verhindern. An einem ganz normalen Frühlingstag in den 90er Jahren passiert in Grafenrheinfeld bei...

Schweinfurt ein ähnliches Unglück wie in Tschernobyl. Die 14-jährige Janna-Berta erfährt davon während des Unterrichts, etwa 100 Kilometer vom Unglücksort entfernt. Mit Mühe erreicht sie das elterliche Haus, wo der kleine Bruder sie erwartet. Gerade an diesem Tag sind die Kinder allein, die Eltern nach Schweinfurt gefahren. Ein verzweifelter Anruf der Mutter erreicht sie noch: Sie sollen fliehen. Die radioaktive Wolke zieht nach Norden. In wenigen Stunden wird sie da sein. Mit ihren Fahrrädern machen sich die Kinder auf die Flucht. Die weitere Handlung entwickelt sich minutiös. Die sogennante Evakuierung erweist sich als eine chaotische Massenflucht, bei der Janna-Bertas Bruder ums Leben kommt. Es gibt keine Rücksicht auf die Schwächeren mehr. Wir erfahren, welche Auswirkungen die Katastrophe auf die Gesellschaft der Bundesrepublik hat. Hunderttausende von Strahlen- und Erbgutgeschädigten werden zu einer sozial ausgegrenzten, an den Rand gedrängten Klasse. Ihr Anblick ist den zufällig Davongekommenen anstößig. Erinnerung und Schuldgefühle kann man beim Wiederaufbau nicht gebrauchen. Janna-Berta aber verweigert die Anpassung. Sie fordert von ihrer Umwelt Wahrhaftigkeit. Sie wird zu einer Figur, die auch die Forderungen vieler Jugendlicher heute stellvertretend artikuliert. Pausewangs engagiertes Buch ist ein bedeutendes Beispiel politischer Jugendliteratur.

Als im April 1986 des Reaktorunglück von Tschernobyl geschah, wurde was deutlich: Absolute Sicherheit kann es in der Kerntechnik nicht geben. Und dennoch blieb Tschernobyl entfernt, nicht nur im geographischen Sinne. Informationen und Bilder, die uns über die Medien erreichten, blieben bruchstückhaft und abstrakt. Gudrun Pausewang will mit ihrem Buch das Vergessen und Verdrängen verhindern. An einem ganz normalen Frühlingstag in den 90er Jahren passiert in Grafenrheinfeld bei Schweinfurt ein ähnliches Unglück wie in Tschernobyl. Die 14-jährige Janna-Berta erfährt davon während des Unterrichts, etwa 100 Kilometer vom Unglücksort entfernt. Mit Mühe erreicht sie das elterliche Haus, wo der kleine Bruder sie erwartet. Gerade an diesem Tag sind die Kinder allein, die Eltern nach Schweinfurt gefahren. Ein verzweifelter Anruf der Mutter erreicht sie noch: Sie sollen fliehen. Die radioaktive Wolke zieht nach Norden. In wenigen Stunden wird sie da sein. Mit ihren Fahrrädern machen sich die Kinder auf die Flucht. Die weitere Handlung entwickelt sich minutiös. Die sogennante Evakuierung erweist sich als eine chaotische Massenflucht, bei der Janna-Bertas Bruder ums Leben kommt. Es gibt keine Rücksicht auf die Schwächeren mehr. Wir erfahren, welche Auswirkungen die Katastrophe auf die Gesellschaft der Bundesrepublik hat. Hunderttausende von Strahlen- und Erbgutgeschädigten werden zu einer sozial ausgegrenzten, an den Rand gedrängten Klasse. Ihr Anblick ist den zufällig Davongekommenen anstößig. Erinnerung und Schuldgefühle kann man beim Wiederaufbau nicht gebrauchen. Janna-Berta aber verweigert die Anpassung. Sie fordert von ihrer Umwelt Wahrhaftigkeit. Sie wird zu einer Figur, die auch die Forderungen vieler Jugendlicher heute stellvertretend artikuliert. Pausewangs engagiertes Buch ist ein bedeutendes Beispiel politischer Jugendliteratur.

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Personen

Autorin

geboren 1928 in Wichstadtl (Ostböhmen) als Ältestes von sechs Kindern. Nach der Flucht nach Westdeutschland und einem Studium am pädagogischen Institut in Weilburg an der Lahn arbeitete sie bis zu ihrer Pensionierung 1989 als Grund- und Hauptschullehrerin in Deutschland, Chile, Venezuela und Kolumbien. Aus eigener Erfahrung und Betroffenheit schöpfend begann sie ab 1958 zu schreiben – zunächst für Erwachsene – und engagiert sich in ihren über 100 Büchern für den Frieden, die Umwelt und soziale Gerechtigkeit. Ein wichtiges Thema ist ihr die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Dritten Reich. Sie promovierte 1998 am Institut für Jugendbuchforschung in Frankfurt. Für ihr literarisches Werk wurde sie vielfach ausgezeichnet, 1988 unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis für Die Wolke.

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