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Der Hund, der unterwegs zu einem Stern war

Henning Mankell (Text),
Angelika Kutsch (Übersetzung)


Verlag Friedrich Oetinger
ISBN: 978-378914203-1
0,00 € (D) , 0,00 € (A)
Originalsprache: Schwedisch
Preisträger 1993, Kategorie: Kinderbuch
Preisträger Kinderbuch

Jurybegründung

Mit dem Hund hat alles angefangen, den Joel Gustafson mitten in der Nacht im Winter gesehen hatte. Er wollte den Hund gern fangen und in seinen Traum locken. Dann könnten sie zusammen sein und es wäre warm, denn draußen im skandinavischen Norden ist Winter. Joel, 11 Jahre alt, spürt die Kälte nicht nur außen, sondern auch innen. Und das schon längere Zeit. Er lebt mit seinem Vater, einem Waldarbeiter, allein in einem kleinen Ort. Die Mutter hat die Familie...

verlassen, als der Junge noch klein war. Seither muss er Essen kochen, Feuer machen, einkaufen gehen und natürlich die Schule besuchen. Aber seine Probleme sind anderer Natur. Seit dem Weggang der Mutter wacht der Junge nachts häufig auf, setzt sich an das Fenster und beobachtet die Straße. In einem solchen Moment kam der Hund vorbei. Die nächtliche Suche des Heranwachsenden nach dem Hund gestattet dem Autor, die Sehnsucht des Jungen nach Geborgenheit zu verbinden mit seinem Drang nach Ichbestätigung und Abenteuerlust. Der Autor möchte die Innenwelt eines Heranwachsenden zeigen. Dafür findet er ungewöhnliche Situationen wie das für den Jungen ungeklärte Verschwinden der Mutter, die abenteuerlichen Erzählungen des Vaters von seinen Seefahrten, die Reise mit Simon Urväder zum See der Vier Winde. Die Phantasie des Jungen entzündet sich an den wenigen Auffälligkeiten des kleinen Ortes. Da ist der gespaltene Stein, der für Joel zum Erdball wird, in dem er sich verbergen kann; oder jener Hund, den er zu suchen beginnt, ohne dass der Vater sein nächtliches Verschwinden bemerkt. Der Vater weiß auch nichts vom Tagebuch und vom Geheimbund, dessen zweites Mitglied Ture, der Sohn des Richters, wird. Aus der Begegnung der beiden Jungen, ihren unterschiedlichen Ansichten und konträren Verhaltensweisen, gewinnt das Buch Spannung und Aktualität, die über die erzählte Zeit im Jahre 1956 bis in die Gegenwart reicht. Joel wird in Handlungen verstrickt, die er nicht will. Sie schaden den Außenseitern der Stadt. Als er selbst in Lebensgefahr gerät und spürt, dass der Vater ihn nie verlassen wird, wächst er über sich hinaus. Er schließt Ture aus dem Geheimbund aus. Nie wieder wird Joel etwas tun, wovon er nicht überzeugt ist. Ohne erhobenen Zeigefinger, vielmehr aus der Konfrontation des Helden mit Ture, wird sichtbar, woran einer wächst und ob er seinen „Stern" im Leben findet.

Mit dem Hund hat alles angefangen, den Joel Gustafson mitten in der Nacht im Winter gesehen hatte. Er wollte den Hund gern fangen und in seinen Traum locken. Dann könnten sie zusammen sein und es wäre warm, denn draußen im skandinavischen Norden ist Winter. Joel, 11 Jahre alt, spürt die Kälte nicht nur außen, sondern auch innen. Und das schon längere Zeit. Er lebt mit seinem Vater, einem Waldarbeiter, allein in einem kleinen Ort. Die Mutter hat die Familie verlassen, als der Junge noch klein war. Seither muss er Essen kochen, Feuer machen, einkaufen gehen und natürlich die Schule besuchen. Aber seine Probleme sind anderer Natur. Seit dem Weggang der Mutter wacht der Junge nachts häufig auf, setzt sich an das Fenster und beobachtet die Straße. In einem solchen Moment kam der Hund vorbei. Die nächtliche Suche des Heranwachsenden nach dem Hund gestattet dem Autor, die Sehnsucht des Jungen nach Geborgenheit zu verbinden mit seinem Drang nach Ichbestätigung und Abenteuerlust. Der Autor möchte die Innenwelt eines Heranwachsenden zeigen. Dafür findet er ungewöhnliche Situationen wie das für den Jungen ungeklärte Verschwinden der Mutter, die abenteuerlichen Erzählungen des Vaters von seinen Seefahrten, die Reise mit Simon Urväder zum See der Vier Winde. Die Phantasie des Jungen entzündet sich an den wenigen Auffälligkeiten des kleinen Ortes. Da ist der gespaltene Stein, der für Joel zum Erdball wird, in dem er sich verbergen kann; oder jener Hund, den er zu suchen beginnt, ohne dass der Vater sein nächtliches Verschwinden bemerkt. Der Vater weiß auch nichts vom Tagebuch und vom Geheimbund, dessen zweites Mitglied Ture, der Sohn des Richters, wird. Aus der Begegnung der beiden Jungen, ihren unterschiedlichen Ansichten und konträren Verhaltensweisen, gewinnt das Buch Spannung und Aktualität, die über die erzählte Zeit im Jahre 1956 bis in die Gegenwart reicht. Joel wird in Handlungen verstrickt, die er nicht will. Sie schaden den Außenseitern der Stadt. Als er selbst in Lebensgefahr gerät und spürt, dass der Vater ihn nie verlassen wird, wächst er über sich hinaus. Er schließt Ture aus dem Geheimbund aus. Nie wieder wird Joel etwas tun, wovon er nicht überzeugt ist. Ohne erhobenen Zeigefinger, vielmehr aus der Konfrontation des Helden mit Ture, wird sichtbar, woran einer wächst und ob er seinen „Stern" im Leben findet.

MEHR

Personen

Autor

geboren am 3. Februar 1948 in Stockholm, gestorben am 5. Oktober 2015 in Göteborg, war ein vielfach ausgezeichneter Dramatiker, Regisseur und Schriftsteller. Er schrieb Theaterstücke und Romane für Kinder und Erwachsene.

 

Übersetzerin

geboren 1941 in Bremerhaven, war mehrere Jahre lang als Büroangestellte tätig, bevor sie zunächst beim Ellermann Verlag in München und später als Lektorin beim Hamburger Oetinger Verlag arbeitete. 1966 erschien ihr erstes Jugendbuch, Der Sommer, der anders war. 1975 erhielt Angelika Kutsch für ihren Roman Man kriegt nichts geschenkt den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises zum Internationalen Jahr der Frau. Gleichzeitig übersetzte sie schon früh Kinderbücher aus dem Schwedischen, Norwegischen und Dänischen. Seit 2001 lebt sie als freie Übersetzerin überwiegend in Schweden. Insgesamt hat sie rund 400 Kinder- und Jugendbücher ins Deutsche übertragen, darunter Titel von Lieve Baeten, Åke Edwardson, Henning Mankell, Sven Nordqvist, Annika Thor und Mats Wahl. Mit ihren Übersetzungen hat sie erheblich zum Erfolg der schwedischen Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland beigetragen. Derzeit sind mehr als 160 von ihr übersetzte Titel lieferbar. Als Übersetzerin war sie 36 Mal für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und wurde acht Mal mit ihm ausgezeichnet.

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