Badjens
Delphine Minoui (Text),
Astrid Bührle-Gallet (Übersetzung)
Jurybegründung
„Zan, Zendegi, Azadi!“ (S. 112) Die seit Jahrzehnten verwendete kurdische Parole zündet im September 2022 wie eine Bombe; denn tausende Frauen und auch Männer stürmen mit diesem explosiven Leitspruch die Straßen der iranischen Stadt Schiras, um für „Frau, Leben, Freiheit!“ zu protestieren. So auch die 16-jährige Zarah, von ihrer Mutter liebevoll Badjens – also „aufmüpfig, schelmisch“ – genannt. Aber ihr reicht das...
Die Autorin mit iranischen Wurzeln verwebt in ihrem aufwühlenden Roman alte persische Dichtung, aktuelle Interviews und Statements junger Iranerinnen zu einer sprachlich schlagkräftigen und zugleich zärtlichen Collage. Und so wird Badjens zu einer starken fiktiven Figur, in die viele reale Frauenschicksale eingeflossen sind, die Unterdrückung erfahren mussten. Der Übersetzerin gelingt es, den Lesenden die Sprachcollage mit ungeheurer bildlicher Wucht entgegenzuschleudern.
„Zan, Zendegi, Azadi!“ (S. 112) Die seit Jahrzehnten verwendete kurdische Parole zündet im September 2022 wie eine Bombe; denn tausende Frauen und auch Männer stürmen mit diesem explosiven Leitspruch die Straßen der iranischen Stadt Schiras, um für „Frau, Leben, Freiheit!“ zu protestieren. So auch die 16-jährige Zarah, von ihrer Mutter liebevoll Badjens – also „aufmüpfig, schelmisch“ – genannt. Aber ihr reicht das Skandieren der Parole allein nicht. Angefeuert von der aufgeheizten Menge, springt sie auf eine Mülltonne, reißt sich den verhassten Hijab vom Kopf und zückt ein Feuerzeug … Und in diesen Sekundenbruchteilen verdichtet sich ihr eigenes Leben sowie die Leben jahrhundertelang gedemütigter persischer Frauen zu einem inneren Monolog.
Die Autorin mit iranischen Wurzeln verwebt in ihrem aufwühlenden Roman alte persische Dichtung, aktuelle Interviews und Statements junger Iranerinnen zu einer sprachlich schlagkräftigen und zugleich zärtlichen Collage. Und so wird Badjens zu einer starken fiktiven Figur, in die viele reale Frauenschicksale eingeflossen sind, die Unterdrückung erfahren mussten. Der Übersetzerin gelingt es, den Lesenden die Sprachcollage mit ungeheurer bildlicher Wucht entgegenzuschleudern.
Personen
© Bénédicte Roscot
ist Franko-Iranerin und Auslandskorrespondentin für Le Figaro, berichtet seit 25 Jahren über den Nahen Osten und lebte selbst lange im Iran. Ihr Roman Badjens war 2024 Finalist des FNAC-Prix du Roman und erhielt 2025 den Prix Visionnaires.
© privat
ist als Literaturübersetzerin und Malerin tätig. 2024 wurde sie mit ihrer Übersetzung von Möge der Tigris um dich weinen (Orlanda) mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Neue Talente ausgezeichnet.