Vom 27.04.2022

Von abwesenden Vätern, Freundschaft und Hoffnung

Für ihre überzeugenden Kinder- und Jugendbuchdebüts erhalten Rebecca Elbs, Lisa Krusche, Juliane Pickel und Eva Rottmann je ein Kranichsteiner Stipendium in Höhe von 18.000 Euro.

Von abwesenden Vätern, Freundschaft und Hoffnung
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Am 28. April 2022 präsentieren der Arbeitskreis für Jugendliteratur und der Deutsche Literaturfonds die diesjährigen Kranichsteiner Kinder- und Jugendliteratur-Stipendiatinnen. Die Kinderliteratur-Stipendien gehen an Rebecca Elbs für Leo und Lucy. Die Sache mit dem dritten L (Carlsen Verlag) und an Lisa Krusche für Das Universum ist verdammt groß und supermystisch (Beltz & Gelberg). Die Jugendbuch-Stipendiatinnen sind Juliane Pickel und Eva Rottmann, ausgezeichnet werden sie für ihre Romane Krummer Hund (Beltz & Gelberg) und Mats & Milad oder: Nachrichten vom Arsch der Welt (Jacoby & Stuart). 

Ein Video porträtiert die ausgezeichneten Autorinnen: Im Gespräch mit je einem Jurymitglied erzählen sie von ihrer Arbeit und lesen aus ihren Werken.

Alle Stipendien sind von sechsmonatiger Dauer und mit je 18.000 Euro dotiert. Jährlich stehen somit 72.000 Euro für die Förderung deutschsprachiger Autor:innen zur Verfügung. Sowohl der Deutsche Literaturfonds als auch der Arbeitskreis für Jugendliteratur möchten damit die aktuelle deutschsprachige Kinder- und Jugendliteratur fördern und unterstützen.


Kinderbuch-Stipendiatinnen

 

Rebecca Elbs lebt und schreibt in Bonn. Leo und Lucy ist ihr erster Roman für Kinder. Im Zentrum steht eine große Kinderfreundschaft – und ein noch größeres Ziel: Leo möchte unbedingt beim Lesewettbewerb antreten, um sein Traum-Skateboard zu gewinnen. Selbst seine Leseschwäche wird ihn nicht davon abhalten. Unerfüllte Wünsche haben in Rebecca Elbs temporeichem Kinderbuch ebenso Platz wie eine hochfliegende Phantasie. Diese führt sogar bis ins All, denn Leo ist sich sicher, dass sein abwesender Vater Astronaut ist. "Und so eröffnet die Autorin lässig einen Spielraum nach dem anderen. […] So geht lustvolles Erzählen, so geht literarische Unterhaltung mit Anliegen für Kinder", begründet die Jury ihre Wahl.

 

 

Lisa Krusche, studierte Germanistik, Kunstwissenschaft und Literarisches Schreiben. In ihrem Kinderbuch-Debüt Das Universum ist verdammt groß und supermystisch erzählt sie vom Suchen und Finden, vom Miteinander der Generationen und von der Freundschaft. Mit seinem Opa, seiner neuen Freundin Charles und seiner Wasserpflanze Agatha begibt sich Gustav auf einen Roadtrip quer durch Europa, um seinen ihm unbekannten Vater zu finden.
"Krusche ist eines der größten Versprechen in der aktuellen Kinder-, aber auch Jugendliteratur", lobt die Jury. "Dank ihres unverbrauchten und frischen, durch ihre aktuellen Medienerfahrungen geprägten Tons, setzt sie (…) ihre nachklingenden sprachlichen Glanzpunkte."

 


Jugendbuch-Stipendiatinnen

 

Juliane Pickel lebt in Hamburg und arbeitet in der Online-Redaktion des NDR. Voller Respekt und abgrundtiefer Ehrlichkeit schildert sie in Krummer Hund die Zerstörungswut des 15-jährigen Daniel. Dieser kann jederzeit explodieren. Gründe hierfür gibt es genug: Der Vater ist weg, sein Hund Ozzy wurde eingeschläfert – und dann lässt sich Daniels Mutter ausgerechnet auch noch mit dem Tierarzt ein. Als nach einer Party ein tödlicher Unfall passiert, gerät das Leben völlig aus den Fugen und Fragen nach Schuld und Vertrauen werden noch lauter. "Schlag auf Schlag, Satz auf Satz geht Juliane Pickel dahin, wo es weh tut", hebt die Jury hervor und lobt ihre Fähigkeit Erfahrungen und Emotionen in ihrer Widersprüchlichkeit präzise auszuleuchten. 

 

 

Eva Rottmann schreibt Theaterstücke und Prosa, sie lebt in Zürich. In ihrem dialogstarken Jugendbuchdebüt erzählt sie mit viel Witz und Gefühl von Mats & Milad. Die 15-jährige Mats muss von Berlin "an den Arsch der Welt" ziehen. Nach einem missglückten Start am neuen Wohnort begegnet sie dem 17-jährigen Milad. Vor der Kulisse aktueller gesellschaftlicher Themen beginnt eine Liebesgeschichte, die die jugendlichen Protagonist:innen immer wieder herausfordert, Stellung zu beziehen.
"Die selbstironische Sprache der Ich-Erzählerin und ihre genauen Beobachtungen mit Sinn für Situationskomik fügen sich vom ersten Satz an zu einer mitreißenden Geschichte, welche die Heranwachsenden und ihre Probleme ernstnimmt", urteilt die Jury.

 


Der Jury zu den Kranichsteiner Kinder- und Jugendliteratur-Stipendien 2022 gehören an: Christine Knödler (Freie Journalistin), Ralf Schweikart (Vorsitzender des Arbeitskreis für Jugendliteratur) und Prof. Dr. Karin Vach (Vorsitzende der Kritikerjury zum Deutschen Jugendliteraturpreis). Die vollständigen Jurybegründungen finden sie hier.

Über eine Berichterstattung in Ihrem Medium freuen wir uns. Gerne vermitteln wir Ihnen Interviewtermine mit den Stipendiat:innen und Juror:innen. Fotos der aktuellen Preisträgerinnen und Buchcover stehen als Pressematerial auf unserer Homepage zum Download zur Verfügung.

Kontakt:
Arbeitskreis für Jugendliteratur, Bettina Neu, Tel. (089) 45808087,
presse@jugendliteratur.org, www.jugendliteratur.org

Deutscher Literaturfonds, Sabine Rössler und Christiane Stumpf, Tel. (06151) 40930,
info@deutscher-literaturfonds.de, www.deutscher-literaturfonds.de

 

 

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