Bis ans Ende der Zeit
Zukunftsentwürfe und Zeit-Räume in der Literatur für JugendlicheZum Seminar
Lebensentwürfe von Kindern und Jugendlichen sind neben Vorfreude auf Kommendes durchaus auch mit Gefühlen der Unsicherheit verbunden. Zweifel und Ängste – so belegen jugendsoziologische Studien – spielen in ihren Zukunftsgedanken keine unbedeutende Rolle. Vor diesem Hintergrund verwundert die Beliebtheit literarisch gestalteter Zukunftsszenarien nicht, bieten sie doch Möglichkeiten, eigene Zukunftsvorstellungen mit fiktiven Modellen zukünftigen Daseins abzugleichen. Welche zukunftsbezogenen Inhalte und welche Darstellungsformen der Zeit lassen sich in der Literatur für Jugendliche finden? Welche Entwicklungen deuten sich an? Und wo liegt das aufklärerische und handlungserweiternde Potenzial von Future Fiction?
Im jugendsoziologischen Eröffnungsvortrag von Marius Harring wird der Zusammenhang von jugendlicher Lebenswelt und Zukunftsängsten, von Lebenswirklichkeit und Hoffnung in den Blick genommen. Gabriele von Glasenapp nähert sich dem Thema „Zeit“ aus literaturwissenschaftlicher Sicht und geht der Vielfalt von Zeitdarstellungen und -konstruktionen in der Kinder- und Jugendliteratur nach. Weitere Vorträge setzen sich mit dem Trend-Phänomen der Dystopien in rezipientenorientierter Sicht auseinander. Auch lesedidaktische Betrachtungen zur Zeitthematisierung in der Jugendliteratur fehlen nicht. Arbeitsgruppen ermöglichen vertiefte didaktische Reflexionen und Textanalysen.
Holly-Jane Rahlens und Gudrun Pausewang laden in Lesungen ein zum literarischen Spiel mit Zeit und Zukunft. Im Gespräch mit den Autorinnen wird der Austausch über das künstlerische Antriebsmoment zum Verfassen von experimenteller und engagierter Future Fiction möglich. Und weil eine im Hinblick auf die Zeit ganz besonders engagierte literarische Figur ihren 40. Geburtstag feiert, wird eine intermediale Präsentation Michael Endes Klassiker Momo in Text, Ton und Bild würdigen.
Programm
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Freitag, 22. November 2013 |
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14.30 Uhr |
Kaffee |
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15.00 Uhr |
Jun.-Prof. Dr. Iris Kruse |
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15.30 Uhr |
Jun.-Prof. Dr. Marius Harring |
| 16.30 Uhr | Pause |
| 16.45 Uhr |
Prof. Dr. Gabriele von Glasenapp "... bis der Wind umschlägt" Zeitkonstruktionen in der Kinder- und Jugendliteratur |
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18.00 Uhr |
Abendessen |
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19.00 Uhr |
Mark Kudlowski |
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| Samstag, 23. November 2013 | |
| 7.45 Uhr | Frühstück |
| 9.00 Uhr |
Ralf Schweikart |
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10.30 Uhr |
Pause |
| 10.00 Uhr |
Jun.-Prof. Dr. Iris Kruse |
| 11.30 Uhr | Prof. Dr. Bernhard Rank Literarisches Lernen an alternativen "Zeit-Räumen" Ein lesedidaktischer Blick auf das Phänomen "Zeit" in der phantastischen Jugendliteratur |
| 12.30 Uhr | Mittagessen |
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13.30 Uhr |
Arbeitsgruppen |
| 1. Prof. Dr. Bernhard Rank Leseerfahrungen mit phantastischen Zeiten und Räumen Das literarische Spiel mit anderen Zeiten und Räumen gehört seit jeher zu den wesentlichen Merkmalen phantastischer Literatur und findet auch bei heutigen Jugendlichen große Resonanz. An konkreten Beispielen wird erarbeitet, welche Konsequenzen die Lesedidaktik daraus ziehen sollte, wie man geeignete Texte findet und welche Verfahrensweisen sich in der schulischen und außerschulischen Leseförderung bewährt haben. |
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| 2. Manuela Kalbermatten Menschenbild, Identität und Geschlecht in Future Fiction Die aktuelle dystopische Future Fiction für Jugendliche entwirft Schreckensszenarien künftiger Gesellschaften. Verknüpft mit der Kultur- und Machtkritik dieser Visionen sind vielfältige Modelle von Mensch, Identität und Geschlecht, die gemeinsam entdeckt und diskutiert werden. |
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3. Ralf Schweikart |
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| 4. Ricarda Dreier Verlorene Seelen – Dystopien im Unterricht Lia Kahns Körper wird durch einen Unfall vernichtet – aber sie lebt im künstlichen Körper eines „MechHeads“ weiter. Am Beispiel des Romans Skinned von Robin Wasserman, der den Auftakt zu einer spannenden Trilogie bildet, wird das didaktische Potenzial dystopischer Jugendromane vorgestellt. Dabei sollen vor allem medienintegrative Unterrichtsideen im Vordergrund stehen, aber auch fachübergreifende Aspekte aufgegriffen werden. |
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18.00 Uhr |
Abendessen |
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19.30 Uhr |
Holly-Jane Rahlens |
| Sonntag, 24. November 2013 | |
| 7.45 Uhr | Frühstück |
| 9.00 Uhr | Präsentation der Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen |
| 10.00 Uhr | Dr. Gudrun Pausewang Warnung vor menschlichem Fehlverhalten in Vergangenheit und Gegenwart und dessen Folgen in der Zukunft Lesung und Gespräch |
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11.30 Uhr |
Auswertung der Tagung |
| 12.00 Uhr | Mittagessen und Abreise |
Mitwirkende
Mitwirkende
Dreier, Ricarda
Bielefeld; ist Studienrätin an einem Gymnasium, Redaktionsmitglied der Zeitschrift kjl & m und Lehrbeauftragte an der Universität Bielefeld im Bereich Kinder- und Jugendliteraturforschung sowie Literatur- und Mediendidaktik.
Frankfurt; ist Professorin für deutsche Literaturgeschichte und Literaturdidaktik an der Universität zu Köln sowie Leiterin der Arbeitsstelle für Leseforschung und Kinder- und Jugendmedien (ALEKI).
Mainz; ist Juniorprofessor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt empirische Schulforschung/Schulpädagogik an der Universität Mainz und Vorstandssprecher des Zentrums für Kindheits- und Jugendforschung.
Zürich; ist Redakteurin der Fachzeitschrift Buch&Maus des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien und Assistentin am Institut für Populäre Kulturen der Universität Zürich mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendmedien.
Hamburg; ist Juniorprofessorin für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Hamburg. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind die Kinder- und Jugendliteraturdidaktik, Mediendidaktik Deutsch sowie literatur- und mediendidaktische Unterrichtsforschung.
Hamburg; ist Doktorand an der Universität Hamburg und arbeitet an einer Dissertation zur Medienverbundrezeption im Unterricht. Aktuell absolviert er sein Lehramtsreferendariat.
Schlitz; arbeitete als Lehrerin in Deutschland und an deutschen Schulen in Südamerika. Seit 1958 verfasste sie über 90 Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Mit ihrem Jugendbuch Die Wolke gewann sie 1988 den Deutschen Jugendliteraturpreis.
Berlin; kam Anfang der 1970er Jahre aus ihrer Heimatstadt New York nach Berlin. Mit Funkerzählungen, Hörspielen und Solo-Bühnenshows machte sie sich dort einen Namen. Außerdem arbeitete sie als Journalistin, Radiomoderatorin und Fernsehautorin. Ihr Jugendbuch Prinz William, Maximilian Minsky und ich wurde 2003 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.
Reutlingen; ist Professor (em.) für Deutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik an der PH Heidelberg. Er leitete von 1994 bis 2009 das dort angesiedelte „Lesezentrum“ und verfügt über Unterrichtserfahrungen an unterschiedlichen Schularten.
Hofheim; arbeitete nach dem Studium am Institut für Jugendbuchforschung als Lektor, Journalist und Chefredakteur des Bulletin Jugend & Literatur. Heute ist er als Redakteur und Rezensent, Autor und Referent tätig.
Das Seminar "Bis ans Ende der Zeit" ist anerkannter Baustein zur Weiterbildung Lese- und Literaturpädagogik des Bundesverbandes Leseförderung.
