14. bis 16. November 2014

Literaturkritik unter der Lupe

Sichtweisen - Brennpunkte - Ausblicke

Die Kritik der Kinder- und Jugendliteratur in Tageszeitung, Fachmagazin, Radio und Fernsehen besetzt nur einen kleinen Platz neben den „Großen“ und deckt dabei vier Sparten ab, vom Bilderbuch über das erzählende Kinder- und Jugendbuch bis zum Sachbuch, und auch Erstlesebücher, Pappen und Graphic Novels. Nach welchen Kriterien treffen Verantwortliche eine Auswahl der Bücher, die besprochen werden? Nach welchen Kriterien urteilen Rezensenten? Unterscheiden sich die Beurteilungsmerkmale von denen der Belletristik? Liegt der Schwerpunkt auf literarischer und illustrativer Qualität oder werden – publikumswirksam – „Beste Seller“ ebenso besprochen wie „Beste Bücher“?

Michael Schmitt blickt in seinem Eröffnungsvortrag auf „Teenager-Literatur“ der letzten Jahrzehnte, fragt nach soziologischen Verschiebungen und diskutiert über den Begriff „Jugendroman“. Franz Lettner und Siggi Seuß stellen Fragen nach den gängigen Auswahlverfahren und dem „Herausfischen der Besten“. Maria Linsmann und Thomas Linden weiten unseren Blick für Bilder und leiten an, Illustrationsstile zu differenzieren und das Bild, mit und ohne Verbindung zum Text, einzuordnen. Über Spielarten der Wissensvermittlung für alle Altersstufen und ihr Gelingen spricht Susanne Brandt. Caroline Roeder bietet Alternativen zu Worthülsen in Rezensionen, die Leser und Künstler plagen. Eine seltene Gelegenheit eröffnen Andreas Steinhöfel und Peter Schössow, sie laden in ihre Text- und Bildwerkstätten ein.

Tagungsleitung: Ute Wegmann

Die Tagung ist ausgebucht! Gerne können Sie sich per untenstehendem Formular auf die Warteliste setzen lassen.

 


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Programm

Freitag, 14. November 2014

14.30 Uhr Kaffee
15.00 Uhr Ute Wegmann
Chance und Grenze der Subjektivität
Begrüßung und Einführung
15.30 Uhr Dr. Michael Schmitt
"Moloko-plus" oder "Tigermilch"
"Teenager" in der Literatur, gestern und heute
16.30 Uhr Pause
17.00 Uhr   Franz Lettner
Das Beste für alle
Anmerkungen zum gegenwärtigen Stand der kinder- und jugendliterarischen Kritik
17.30 Uhr Siggi Seuss
"Wir sitzen doch alle im selben Boot"
Von der Mühsal, sich als Kritiker den Erwartungen von "Small Communities“ zu erwehren
18.30 Uhr Abendessen
20.00 Uhr    Podiumsgespräch mit den Referenten
... einfach nur gute Literatur
Kriterien für eine Literaturkritik im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur
   
Samstag, 14. November 2014
8.00 Uhr Frühstück
9.00 Uhr

 
Dr. Maria Linsmann
Wenn das Bild zuerst kommt
Wege der Bildbeschreibung und Bildbewertung
9.30 Uhr Thomas Linden
Das gute Bilderbuch
Überlegungen zu einem einzigartigem Medium
10.15 Uhr Besuch der Wartburg mit Führung
13.00 Uhr Mittagessen
14.00 Uhr Workshops
  1. Dr. Maria Linsmann/Thomas Linden
„Angst“ im Bild Illustrationsstile, Perspektiven, Ausschnitte Wie uns Illustratoren einen Zugang in die vielschichtigen Welten der Angst eröffnen. Bildsprache, Temperament und analytischer Blick werden anhand von Beispielen betrachtet.
 
2. Prof. Dr. Caroline Roeder
Kongenial und kindgerecht“?
Die Kunst der Kinderliteraturkritik und ihrer Vermittlung
Die Kunst der Kinderliteraturkritik zu vermitteln, bedeutet, statt Phrasen oder Worthülsen, wie sie der Workshoptitel benennt, Kriterien der Bewertung zu formulieren, Schreibprozesse nachzuvollziehen und einzuordnen, den Text ins Verhältnis zu aktuellen Entwicklungen, dem Gesamtwerk etc. zu setzen und vor allem: selbst zu schreiben! Der Workshop fächert an praktischen Beispielen das große Feld der literarischen Kritik auf.
   3. Franz Lettner
Aber meine Tochter liebt dieses Buch!
Gut ist, was gefällt. Aber wem? Dem Kritiker des Feuilletons? Der Lehrerin? Dem Kindergartenpädagogen? Der Literaturwissenschaftlerin? Dem Vater? Der Buchhändlerin? Dem jungen Leser? Wer argumentiert wie? Und vor allem: Wer hat recht? Anhand von zwei Beispielen soll die eigene Leseerfahrung mit unterschiedlichen Urteilen literarischer Kritik konfrontiert, sollen die jeweils dahinterliegenden Kriterien aufgedeckt werden.
 
4. Dr. Michael Schmitt
Wer schreibt? Für wen? Und wie?
Jugend- und Erwachsenenliteratur - lassen sich klare Grenzen bestimmen?
Bücher über Kindheit und Jugend sind nicht automatisch das Gleiche wie Kinder- und Jugendbücher. Doch so flott wie diese Binsenweisheit über die Lippen geht, so schwer ist im Detail die Beantwortung der Frage: Welches Buch ist denn nun Jugendliteratur und welches ist für Erwachsene geschrieben? Kann es darauf überhaupt eindeutige Antworten geben? Oder nur subjektive Einschätzungen? Textproben aus Romanen der vergangenen Jahrzehnte sollen daraufhin befragt werden – von Anthony Burgess bis zu Kevin Brooks, von Holly-Jane Rahlens bis zu Rebecca Martin oder Stefanie de Velasco. (Eine Liste mit Lektüreempfehlungen wird Anfang Oktober bekanntgegeben.)
18.30 Uhr Abendessen
20.00 Uhr   Peter Schössow
Aus der Vergangenheit in die Gegenwart
Von der Zeitlosigkeit der Gefühle
Die Umsetzung von Heinrich Heines Gedicht Der arme Peter ins Bilderbuch – von der ersten Idee zum fertigen Buch
   
Sonntag, 16. November 2014
8.00 Uhr  Frühstück
9.00 Uhr
Susanne Brandt
Fakt braucht Fiktion, Fantasie und Faszination
Spielarten der Wissensvermittlung in Sachbüchern erkennen und bewerten
10.00 Uhr Präsentation der Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen
10.45 Uhr Pause
11.00 Uhr
Andreas Steinhöfel
Warme Herzen – Eine Spurensuche
Textauszüge und Werkstattbericht
13.00 Uhr Mittagessen
13.30 Uhr Abreise

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Mitwirkende

Susanne Brandt
Flensburg; ist Dipl.-Bibliothekarin und Rhythmikpädagogin (BWR). Nach 25 Jahren Bibliothekspraxis arbeitet sie seit 2011 als Lektorin bei der Büchereizentrale Schleswig-Holstein. Sie ist Mitglied in der Kritikerjury zum Deutschen Jugendliteraturpreis 2013/2014 für die Sparte Sachbuch

Franz Lettner
Wien; arbeitet seit 20 Jahren am Institut für Jugendliteratur. Er ist Chefredakteur von 1000 und 1 Buch. Außerdem ist er in der Literaturvermittlung und Erwachsenenbildung tätig.
 
Thomas Linden
Köln; arbeitet als Journalist für Rundfunk und Tageszeitungen. Als Kurator konzipiert er Ausstellungen zu Fotografie und Illustration. Er ist Jurymitglied bei LITRIX (Goethe-Institut) und beim Illustrationspreis des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP).
 
Dr. Maria Linsmann
Köln, ist Kunsthistorikerin und leitet seit 1999 das Bilderbuchmuseum in Troisdorf. Außerdem ist sie Lehrbeauftragte an der Universität Köln sowie Mitglied verschiedener Jurys im Bereich Kinder- und Jugendliteratur.
 
Prof. Dr. Caroline Roeder
Ludwigsburg; ist Professorin für Literaturwissenschaft/Literaturdidaktik an der PH Ludwigsburg, Leiterin des Literaturdidaktischen Zentrums ZeLd und Mitherausgeberin der Fachzeitschrift kjl&m.
 
Dr. Michael Schmitt
Wiesbaden; ist Historiker und Literaturwissenschaftler. Er arbeitet als Literaturredakteur bei 3sat-Kulturzeit und als freier Kritiker für Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung und Deutschlandfunk.
 
Peter Schössow
Hamburg; ist seit 1975 freiberuflich tätig als Illustrator für verschiedene Medien und Buchverlage. Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2006 für Gehört das so??! und 2009 für Rico, Oskar und die Tieferschatten (mit Andreas Steinhöfel).
 
Siggi Seuß
Bad Neustadt a.d. Saale; schreibt seit 25 Jahren Kinder- und Jugendbuchkritiken für die Süddeutsche Zeitung und tat das Gleiche 20 Jahre lang für DIE ZEIT. Er verfasst Radiofeatures und übersetzt Kinder- und Jugendbücher aus dem Englischen.
 
Andreas Steinhöfel
Biedenkopf; ist Autor zahlreicher Kinder- und Jugendbücher, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde, u.a. 2013 mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für sein Gesamtwerk. Außerdem arbeitet er als Übersetzer aus dem Englischen und schreibt Drehbücher.
 
Ute Wegmann
Köln; arbeitet als freie Redakteurin und Moderatorin beim Deutschlandfunk. Sie hat fünf Romane in der Reihe Hanser veröffentlicht, darunter Sandalenwetter, und mehrere Bilderbücher verfilmt, z.B. Die besten Beerdigungen der Welt.

 

Das Seminar "Literaturkritik unter der Lupe" ist anerkannter Baustein zur Weiterbildung Lese- und Literaturpädagogik des Bundesverbandes Leseförderung.

 

 

 


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Anmeldung

Die Tagung ist ausgebucht. Gerne können Sie sich auf die Warteliste setzen lassen.

Literaturkritik unter der Lupe
Sichtweisen - Brennpunkte - Ausblicke

Eisenach:
Haus Hainstein
14. bis 16. November 2014

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die Seminarteilnahme mit Unterbringung im Einzelzimmer (Tagungsgebühr 239 Euro)
die Seminarteilnahme mit Unterbringung im Doppelzimmer (Tagungsgebühr 219 Euro)
(Das Zimmer möchte ich teilen mit )
die Seminarteilnahme als Tagesgast ohne Unterkunft und Frühstück (Tagungsgebühr 135 Euro)





BITTE BEACHTEN SIE

Die Tagung findet statt im
Haus Hainstein
Am Hainstein 16
99817 Eisenach
Tel. (0 36 91) 24 20
www.hainstein.de

Die Seminargebühr beträgt pro Person 239 Euro (bei Unterbringung im Einzelzimmer inkl. Verpflegung) bzw. 219 Euro (bei Unterbringung im Doppelzimmer inkl. Verpflegung).
Bitte überweisen Sie den Tagungsbeitrag innerhalb von drei Wochen auf folgendes Konto:

Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V.
Bank: Postbank München
BLZ: 700 100 80, Konto: 21 69 83 806
IBAN: DE19 7001 0080 0216 9838 06, BIC: PBNKDEFF
Verwendungszweck: Seminar 4101 und Name des Teilnehmers

Für Ihre verbindliche Anmeldung benutzen Sie bitte das oben stehende Formular. Nach Eingang der Tagungsgebühr erhalten Sie Ihre Anmeldebestätigung sowie einen Lageplan des Veranstaltungsortes.

Abmeldungen können nur bis zum 12. September 2014 anerkannt werden. Ein Rücktritt muss in jedem Fall schriftlich erklärt werden; es wird eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 10 Euro erhoben. Bei einem späteren Rücktritt wird die volle Kursgebühr in Rechnung gestellt. Ersatzteilnehmer werden jederzeit akzeptiert.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an den
Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V.
Frau Carolin Farbmacher
Metzstraße 14c, D-81667 München
Tel. (0 89) 45 80 80 81, Fax (0 89) 45 80 80 88
E-Mail farbmacherjugendliteratur.org
 
 
  
(Bitte wiederholen Sie den Anmeldevorgang, sollten Sie kein Antwortschreiben erhalten.)


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