Rückenwind fürs Schreiben

Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien 2018


Fotos: © Janis Maus Marti; Nane Diehl
der Deutsche Literaturfonds und der Arbeitskreis für Jugendliteratur haben am 15. März 2018 auf der Leipziger Buchmesse die Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien vergeben. Die Auszeichnungen gingen an Manja Präkels für ihren Roman Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß (Verbrecher Verlag) und an Flurin Jecker für sein Debüt Lanz (Nagel & Kimche). Beide Autoren erhalten ein jeweils sechsmonatiges Stipendium in Höhe von 12.000 Euro.
 
 
"Ich freue mich sehr über diese Anerkennung meiner Arbeit. Das Stipendium stellt mir kostbare Schreibzeit in Aussicht, das bedeutet Rückenwind", erklärt Manja Präkels.
 
Manja Präkels wurde 1974 im brandenburgischen Zehdenick geboren. Ihre Heimat Brandenburg macht sie auch zum Schauplatz ihres Romans Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß. "In diesem", so die Jury, "schildert sie die Umbrüche in den Jahren vor und nach der Wende von 1989/90 am Beispiel einer kleinen ostdeutschen Gemeinde nicht weit von Berlin. [...] Zunächst sieht der Leser eine recht überschaubare kleinstädtische Welt, in die die Umbrüche tief eingreifen, in der Zusammengehörigkeit aber noch gelebt wird. Mit der Auflösung der sozialistischen Gesellschaft und den daraus folgenden Friktionen zerbricht diese Gemeinsamkeit, es entstehen Leerräume, in denen sich ‚Glatzen‘ und ‚Springerstiefelträger‘ breitmachen und den öffentlichen Raum terrorisieren." Die Jury hebt hervor: "Manja Präkels erzählt davon, aber sie stellt ihr Buch nicht in den Dienst schlichter Thesen. Ihr Roman verwandelt persönliche Erfahrung in die ‚dichte Beschreibung‘ der Prozesse in einem sich wandelnden gesellschaftlichen System."
 
Auch Flurin Jecker schätzt die Auszeichnung: "Es ist einerseits eine Ehre, als junger Schweizer dieses Stipendium zu gewinnen. Andererseits bedeutet es für mich Freiheit, mir weiterhin genügend Raum fürs Schreiben zu schaffen."
 
In seinem Debüt Lanz erzählt er von dem gleichnamigen, 14-jährigen Jungen, der in einer Projektwoche ein Blog über ein persönliches Thema schreiben soll. Erst sträubt er sich, aber dann öffnet er sich rückhaltlos in einer Art Selbstgespräch. "Lanz spielt mit der Form: Aus dem Blog wird ein Blog über das Blogschreiben und über die altersgemäße Kunst, sich selbst unglücklich zu machen", begründet die Jury und lobt den Autor, wie er "in seinem hochamüsantem Debüt regionale und alltagssprachliche Elemente zu einer fingierten Mündlichkeit verdichtet, die intensiver Ausdruck eines Schwebezustandes ist, bei dem Schmerz und Freude, Abgeklärtheit und Kindlichkeit von Moment zu Moment und von Satz zu Satz umschlagen."
 
Weitere Informationen zu den Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien sowie Pressematerial zum Download finden Sie auf unserer Homepage.
 
Kontakt für die Medien:
Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V., Bettina Neu, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon (089) 45 80 80 87, E-Mail presse@jugendliteratur.org, Internet www.jugendliteratur.org

Deutscher Literaturfonds e.V., Sabine Rössler, Alexandraweg 23, 64287 Darmstadt,                     
Telefon (06151) 40930, E-Mail info@deutscher-literaturfonds.de, Internet www.deutscher-literaturfonds.de
 
 

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